GESCHICHTE
Die Geschichte des Hauses....
In diesem Haus befinden sich im Keller noch Eichendeckenbalken aus dem 13. Jahrhundert. Dies konnte durch verschiedene Holzproben im Rahmen einer bauhistorischen Kurzuntersuchung im Jahr 2000 festgestellt worden.
Den Reutlinger Geschichtsblätter ist zu entnehmen, dass am 13.02.1734 der Weißbeck Johann Jakob Gruoner eine "alte Behausung" erworben hat. Im Jahr 1740 hat Gruoner zusammen mit dem Klempner Johann Georg Seiz ein neues Haus errichtet. Gruoner ist von 1741 bis 1752 als Beckenwirt nachweisbar. Danach kaufte Seiz das ganze Haus, betrieb aber keine Wirtschaft. 1775, vermutlich nach Seiz erwarben der Bäcker Martin Eberhardt und Johann Georg Schauwecker das Anwesen. Eberhardt begann sofort mit dem Weinschank, der anscheinend gut ging. Er schenkte vorwiegend Reutlinger Wein aus. Natürlich kam es in dem gut besuchten Haus gelegentlich auch zu "Vergehen". Es wurden wieder Leute "über die Zeit" angetroffen und bestraft. 1802 verkaufte Eberhardt das Haus und es ging mehrmals an verschiedene Besitzer. Zu einem nachweisbaren Wirtschaftsbetrieb kam es erst 1862 durch den Bäcker Eberhard Spannagel. Die volle Schankerlaubnis, d.h. für Wein, Bier und Obstmost und Branntwein wurd ihm am 19.11.1875 erteilt.
1899 erbte das Anwesen die Tochter Katharina, die mit dem Mechaniker Sebastian Kehrer verehelicht war. Kehrer führte bereits seit dem Jahr 1897 die Wirtschaft unter dem Namen das "Goldene Rad". Im Jahr 1934 pachtete die Wirtschaft der Gastwirt Wilhelm Löffler, wahrscheinlich auf Anraten der Klosterbrauerei Pfullingen. Drei Jahre später stellte er den Betrieb ein und übernahm die "Gambrinus" Gaststätte am Weibermarkt. Damit endete die Geschichte der Gaststätte zum "Goldenen Rad". Die Fortsetzung des Wirtschaftsbetriebes durch die Metzgerswitwe Elisabeth Lieb geb. Hölz am 01.11.1937 erfolgte unter der Bezeichnung "zum Falken", nachdem das gleichnamige Lokal in der Katharinenstraße 8 eingestellt worden war. Am 01.01.1938 heiratete Artur Spannagel Frau Lieb. Sie betrieben ihre Wirtschaft bis in die 50er Jahre hinein. In den folgenden Jahren hat das Gasthaus Hoch- und Tiefzeiten erlebt. Seit Juli 2009 ist die Gastwirtschaft an Heike und Peter Eißler verpachtet. Ihr Bestreben ist, die alte Traditionsgaststätte wieder zum Leben zu erwecken.
Quellenangabe:
Reutlinger Geschichtsblätter 1978 NF 16
Bauhistorische Kurzuntersuchung (Dendrochronologische Untersuchung)
Ingenieurbüro für Hausforschung Hans-Jürgen Bleyer, Metzingen März 2000
Text: Heike Eißler
